Früher: Erinnerungsstück. Heute: Jeanstasche.

von Elke
2 Kommentare
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Hast Du eine Lieblingsjeans? So eine, der man ansieht, dass sie sehr gerne getragen wird? Und was passiert, wenn diese eine Lieblingsjeans voller Erinnerungen irgendwann wirklich nicht mehr tragbar ist? In die Altkleidersammlung geben? Näh, geht ja mal gar nicht. Zu viele Erinnerungen und schließlich ist das die Lieblingsjeans.

Weitertragen, bis sie auseinanderfällt? Hmm, neee, geht auch nicht. Die Mitmenschen gucken ohnehin schon immer so mitleidig komisch, wenn ich mit meiner Lieblingsjeans irgendwo aufschlage. Und die Jeans nur auf dem Sofa zu tragen – dafür ist sie nun wirklich zu schade 😉

Damit ich die Jeans weiterhin tragen kann, ist die Lösung ja so einfach: Ich nähe eine Jeanstasche draus. Richtig aufgepeppt, wird sie zum neuen Blickfang und auf einmal finden die alle toll. Hier kommt die Anleitung zum Jeansupcycling, so dass auch Du deine Lieblingsjeans retten kannst.

Du benötigst folgende Materialien und Equipment

Damit nähst Du aus deinem Erinnerungsstück eine Jeanstasche
Jeans, Stoff aus Webware und Borte – mehr brauchst Du nicht für deine neue Jeanstasche (auf dem Foto fehlt der Stoff für das Innenfutter)
  • Nähmaschine* (ich verwende und erkläre anhand dieser Maschine, andere gehen natürlich auch)
  • Stoff für das Innenfutter, nicht dehnbar (69cm x 48cm)
  • Stoff für die Außentasche, nicht dehnbar (69cm x 48cm)
  • Stoffstreifen für die Träger, nicht dehnbar (2mal 67cm x 8cm)
  • Vlieseline H250*
  • Stecknadeln* (möglichst fein)
  • Geodreieck
  • Maßband
  • Schneiderkreide* oder Kreidestift*
  • Universal Nähnadel
  • Jeans Nähnadel
  • Schneiderschere*
  • Mini-Bügeleisen*
  • Deko: alte Jeans, Borte, weitere Stoffreste (außen)
  • ggf. Textilfarbe und Waschmaschine

Und so nähst Du aus deiner Lieblingsjeans eine Jeanstasche

Schritt 1: Bring Farbe ins Spiel

Fangen wir mal beim Innenstoff an. Du hast entweder bereits die Farbe Deiner Wahl oder Du färbst einen weißen Stoff mit Textilfarbe ein. Ich selber verwende gerne Simplicol Farben* und färbe in der Waschmaschine. Das Ergebnis wird gleichmäßiger als beim Färben von Hand und die Auswahl an Farben ist riesig groß. Egal welche Textilfarbe Du letztendlich verwendest, halte Dich unbedingt an die Anleitung des Herstellers. Mein Stoff ist jetzt wunderbar rosa bis lila und kann nach dem Trocknen direkt weiterverarbeitet werden.

Färbe den Innenfutterstoff deines neuen Erinnerungsstückes ein, falls Du keine farbigen Stoff zur Verfügung hast.
Der Stoff für das Innenfutter (Basistasche) ist mit Stofffarbe in der Waschmaschine eingefärbt.

Schritt 2: Zuschneiden der Stoffteile (Innenfutter und Außenstoff)

Jetzt zur Größe der Tasche: Meine ist 35cm x 45cm x 10cm (Höhe x Breite x Tiefe). Dafür habe ich insgesamt zwei Teile mit den Maßen 80cm x 48cm (inkl. 1cm Nahtzugabe) mit der Schneiderschere* ausgeschnitten. Einmal aus dem rosa-lila farbenen Stoff für das Innenfutter und einmal aus dem Stoff für die Außentasche. Auf das Versäubern habe ich verzichtet … ich war mal wieder sehr effizient unterwegs und die Nähte liegen später ohnehin innen. Für die Länge des Trägers habe ich mich an einer Tasche mit guter Trägerlänge orientiert und habe den gewünschten Stoff in der Größe 67cm x 8cm (inkl. Nahtzugabe) ausgeschnitten.

Schritt 3: Zusammenheften und nähen … in Vorfreude sieht man schon wie groß die Tasche mal wird

Jetzt schnappst Du dir deinen ersten Stoffzuschnitt (69cm x 48cm) und legst diesen auf die Hälfte. Du fixierst den Stoff oben mit den Stecknadeln und nähst die rechte und linke Seite mit einem Geradstich zusammen. Bei der von mir verwendeten W6* stellst Du dafür Stichart A ein. Mit dem zweiten Stoffteil verfährst Du genauso, d.h. Du hast jetzt das Innenfutter als auch die Außentasche vor Dir liegen. Den Stoff des Trägers legst Du ebenso auf die Hälfte und nähst diesen zusammen.

Du kannst jetzt beide Stoffteile bügeln. Beim Nähen verwende ich gerne dieses Mini-Bügeleisen* . Es nimmt wenig Platz weg, ist sehr schnell auf Temperatur und schont auch feine Textilien. Herkömmliche Dampf-Bügeleisen kommen da nicht mit.

Miss 10cm für den Taschenboden ab und markiere dir die Tiefe mit dem Kreidestift.
Anzeichnen des Taschenbodens (10cm) mit dem Kreidestift

Wie auf dem Foto oben zu sehen, steckst Du die gebügelte Kante auf beiden Seiten auf die Nähte. Dann misst Du mit dem Geodreieck die Breite des Taschenbodens aus (bei mir sind das 10cm) und zeichnest das mit dem Kreidestift* an.

Schritt 4: Verstärkung – die Tasche soll nicht in sich zusammenfallen

Damit die Tasche halbwegs stabil bleibt und nicht zusammenfällt, habe ich die rosafarbene Innentasche komplett mit Vlieseline H250 verstärkt. Einfach auf die Innenseite aufbügeln und fertig.

Schritt 5: Dekoooooooo

Damit nähst Du aus deinem Erinnerungsstück eine Jeanstasche
Jeans, Stoff aus Webware und Borte – mehr brauchst Du nicht für deine neue Jeanstasche

Hier habe ich also meine eine alte Lieblingsjeans zweckentfremdet und zuerst den Bund samt Gürtelschlaufen abgetrennt.

Trenne Bund von deiner Lieblingsjenas ab udn schndeide eine Stoffstreifen zu.
Von der Lieblingsjeans wird der Bund und ein Jeanstreifen abgeschnitten und als Deko auf der Tasche verwendet.

Davon entfernst Du dann auch noch den Knopf und das Knopfloch und trennst die obere Naht etwas auf. Den Bund nähst Du jetzt wieder zusammen und zwar auf die Länge, die dem Umfang deiner Tasche entspricht. Bei mir sind das 2x45cm = 90cm.

Auch die Borten und die anderen Stoffreste schneidest Du dir jetzt auf die gewünschten Maße zurecht und versäuberst diese. Der Jeansstreifen hat bei mir die Maße 27cm (Breite) x 80cm (Länge) und die Stoffe an den Seiten sind 12cm x 80cm. Mit dem Geradstich nähst Du zuerst die Jeans, die Stoffreste, dann den Jeansbund und zum Schluss die Borten an.

Schritt 6: So eine Tasche braucht ja auch noch Träger und so

Die zwei Träger nähst Du nur auf der Innenseite des Bundes unten mit dem Geradstich fest und anschließend kannst Du die Innen- und Außentasche miteinander vernähen. Ist alles miteinander vernäht, verstärkst Du die Träger oben noch einmal, damit auch später nix abreißt wenn Du damit zum Shoppen unterwegs bist und es wieder etwas mehr geworden ist.

Last but not least: Du nähst die Gürtelschlaufen unten fest und fertig ist deine neue Tasche.

So sieht die Tasche innen aus.
Blick in das Innenleben der Jeanstasche

Und wer jetzt noch mehr sehen will, habe ich hier noch eine Seitenansicht. Da kannst Du auch gut sehen, dass ich nur eine der beiden Borten komplett rumgenäht habe, die zweite ist nur vorne zu sehen.

So, und wohin führe ich die Tasche jetzt aus?

2 Kommentare

2 Kommentare

Das bin ich 22. Januar 2019 - 5:54

Sehr schön

Antworten
JaLiRa 22. Januar 2019 - 14:01

Vielen Dank 🙂

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