Haarseife selbermachen – DIY Anleitung

von Elke
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Schritt für Schritt im Alltag Plastik zu reduzieren geht – und das auch bei der Haarwäsche. Bei herkömmlichen Shampoos gibt es gleich zweierlei Plastikherausforderungen zu meistern. Die eine ist, dass ich auf die Einwegverpackung aus Kunststoff verzichten wollte. Zum Zweiten wollte ich neben fragwürdigen Inhaltsstoffen, unbedingt die Menge an Mikroplastik auf Null reduzieren.

Deshalb stelle ich seit geraumer Zeit feste Shampoobars aber auch Haarseife selbst her. Ich bekomme damit beide Herausforderungen gelöst, mein Haar ist wirklich toll, lässt sich leicht kämmen und braucht keine zigfachen zusätzlichen Haarpflegeprodukte. Heute zeige ich Dir, wie Du eine ganz einfache Haarseife selbst herstellen kannst. Feste Haarseife ist auch ideal zum Verreisen und findet ohne jegliche Zusatzverpackung Platz im Handgepäck, wenn es sein muss. Los geht’s


Für deine Haarseife benötigst Du Folgendes:

Das sind die benötigten Materialien für die Haarseife.

Und so stellst Du die Haarseife her

Schritt 1 – ein paar wichtige Sicherheitsvorkehrungen

Da Seife mit Lauge hergestellt wird, sind mir ein paar Sicherheitshinweise sehr wichtig. Fangen wir mal bei der Bekleidung an. Ziehe Kleidungsstücke an, die Dir nicht so wichtig sind. Sinnvoll sind langärmlige Oberteile und eine lange Hose.

Dazu kommt eine kleine Schutzausrüstung. Trage unbedingt Gummihandschuhe, eine Schutzbrille und einen Mundschutz, sobald Du mit dem Natriumhydroxid (NAOH) arbeitest. Das Natriumhydroxid ist wirklich nicht ohne. Solltest Du es in die Augen bekommen, könntest Du im schlimmsten Fall erblinden. Gelangt es auf die ungeschützte Haut, so verbrennt diese und Du behältst ein Leben lang Narben als ungewolltes Andenken. Sollte es doch mal vorkommen, dass Du das Natriumhydroxid auf die Haut oder in die Augen bekommst, so wasche es sofort unter fließendem Wasser ab und gib danach etwas Zitronensaft auf die betroffene Hautstelle. Ich selber achte immer auf Schutzkleidung und so ist mir noch nie etwas passiert.

Als nächstes ist die Arbeitsumgebung vorzubereiten. Achte darauf, dass keine Lebensmittel in der Nähe liegen, die mit dem Natriumhydroxid, oder dem Staub davon, in Berührung kommen könnten. Ich bin da sehr vorsichtig und ich räume alles offene Essbare aus der Küche raus, räume die komplette Arbeitsplatte frei und putze sie ordentlich. Du kannst zusätzlich noch deine Arbeitsplatte mit Zeitungspapier oder einer Wachsdecke abdecken.

Und zu guter Letzt: Achte darauf, dass kein Gegenstand, der mit dem Seifenleim in Berührung kommt, aus Aluminium ist. Die Lauge löst das Aluminium auf.

Schritt 2 – auf’s Gramm genau abwiegen

Da nachher alles recht zügig gehen muss, wiegst Du am Besten gleich zum Anfang alle Zutaten auf das Gramm genau ab und füllst sie in kleine Edelstahlschüsseln. Ich war beim bekannten Schwedenkaufhaus einkaufen. Da gibt es ganz günstige Schüsseln. Wenn Du das Natriumhydroxid abwiegst, trägst Du bitte spätestens dann die Schutzbrille, den Mundschutz und die Handschuhe.

Schritt 3 – alle Fette mischen

Das Kokosnussöl* und die Sheabutter* schmilzt Du sanft im Wasserbad. Dazu gibst Du in den Topf eine ausreichende Menge Wasser und stellst dort ein weiteres hitzeresistentes Gefäß mit den Zutaten rein. Gut eignet sich ein Schmelztigel, ein Stiltopf oder irgendein anderes Edelstahlgefäß mit Henkel.

Sobald die Fette geschmolzen sind, fügst Du das Reiskeimöl* und das Rizinusöl* hinzu und lässt die Mischung auf knapp über 40°C abkühlen.

Für die Haarseife schmilzt du die Fette in einem Wasserbad.

Schritt 4 – die Lauge herstellen

Während Deine geschmolzenen Fette abkühlen, kannst Du die Lauge herstellen. Dazu gibst Du die gefrorene Reismilch in eine Schale und rührst das abgewogene Natriumhydroxid* ein. Das machst Du idealerweise in der Spüle deiner Küche und öffnest dabei das Fenster. Falls Du den Luxus eines Gartens hast, dann ab raus um die Lauge anzurühren.

Wichtig und bitte genau so machen: Bitte gib immer das Natriumhydroxid langsam in die Flüssigkeit und niemals die Flüssigkeit in das Natriumhydroxid.

Die angemischte Lauge erhitzt sich sehr schnell und recht stark, d. h. hat deine Flüssigkeit bereits Raumtemperatur, erreicht die Lauge durchaus 80°C. Deshalb friere ich die Reismilch zuvor ein, dass die finale Temperatur nicht so hoch ansteigt.

Tipp: Das von mir angegebene Verhältnis von Natriumhydroxid und Fetten ergibt eine Seife mit einer recht herkömmlichen 7% Überfettung. Möchtest Du mehr oder weniger, so nutze bitte einen Seifenrechner (z. B. diesen), um die Menge an Natriumhydroxid neu zu berechnen.

Rühre die Lauge für die Haarseife am besten in der Spüle an.

Schritt 5 – den Seifenleim anrühren

Ist die Reismilch komplett geschmolzen und die Lauge hat ungefähr dieselbe Temperatur wie die geschmolzenen Fette, so gießt Du die Lauge durch ein Haarsieb in die geschmolzenen Fette.  Das Sieb filtert eventuell nicht aufgelöste Natriumhydroxidstückchen. Beim Vermischen der Lauge und der Fette muss die Temperatur der Fette noch immer über 40°C sein, damit sie auch wirklich flüssig sind.

Mische die geschmolzenen Fette udn die Lauge zur Herstellung deiner Haarseife.

Die Laugen-Fettmischung nennt sich Seifenleim, den Du mit Hilfe des Pürierstabes zum Andicken bringst. Du gibst noch den Teelöffel Reisextrakt hinzu und rührst auch diesen unter.

Aber rühre nicht zu lange und höre auf bevor der Seifenleim eine puddingartige Konsistenz erreicht. Ist der Seifenleim doch mal zu dick angerührt lässt er sich nicht so einfach in die Formen gießen. Aber verwendbar ist es dennoch.

Rühre Reisextrakt in den Seifenleim ein.

Reisextrakt ist sehr reich an Vitaminen, Proteinen, Eisen, Kalzium und Zink. Daher ist er in der Naturkosmetik eine beliebte Zutat, denn er spendet Haut und Haaren Feuchtigkeit, bewahrt vor dem Austrocknen und hat einen natürlichen UV-Schutz. Die von mir verwendeten Öle schäumen sehr gut und spenden den Haaren reichhaltige Pflege.

Schritt 6 – Seife gießen

Sobald Dein Seifenleim eine schöne Konsistenz hat, gießt Du ihn ein die sauberen Silikonformen* . Da gibt es wirklich eine riesen Auswahl und deine selbst gemachte Seife bekommt so noch ein tolles Aussehen. Sobald sich eine dünne Schicht gebildet hast, stellst Du die Seifen kalt.

Die Haarseife entsteht durch Aushärten des Seifenleims in der Silikongießform.

Nach einem Tag Ruhepause, kannst Du die Seifen aus der Form entnehmen. Allerdings muss die Seife noch nachreifen, d. h. komplett verseifen. Dazu stellst Du sie für mindestens 4 Wochen abgedeckt an einen kühlen, schattigen Ort.

Schritt 7 – Haare waschen und wohlfühlen

Perfekt wird das Haarewaschergebnis, wenn Du nach dem Waschen mit der Haarseife noch eine Spülung anwendest. Hervorragend eignet sich eine Apfelessigspülung. Dazu mischt Du einen Liter warmes Wasser mit ca. 2 EL Apfelessig (5% Säure). Diese Spülung bleibt im Haar, man riecht sie absolut nicht. Pass aber bitte auch hier auf, dass Du sie nicht in die Augen bekommst. Das könnte leicht brennen.

Wasche Dir deine Haare mit Haarseife. Du brauchst nichts anderes mehr.

So, ich hoffe Du bist von der Anwendung des Gelernten im Chemieunterricht nicht abgeschreckt. Es ist wirklich einfach und wenn Du dich an die Sicherheitsvorkehrungen hältst, auch sicher. Belohnt wirst Du mit tollem, natürlichen Haar. Hast Du Lust es zu probieren?

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