Tragegurt für das Laufrad nähen – DIY Anleitung

von JaLiRa
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Wer kennt es auch? Kind will mit dem Laufrad raus und kaum ist man unterwegs will das Kind nicht mehr auf das Laufrad sondern nur noch Laufen. So oder so ähnliche Situationen lassen Eltern dann sinnlos das Laufrad durch die Gegend schleppen und das auch noch auf höchst unkomfortable Art und Weise. Ich wollte definitiv mehr Komfort beim sinnlosen Tragen.

Also habe ich mir überlegt eine Art Tragegurt zu nähen, welchen ich platzsparend in der Jacke mitnehmen kann (so lange das Kind tatsächlich mit dem Rad fährt) und bei Bedarf aber auch schnell das Laufrad fixiert und ich es über der Schulter tragen kann. Also fing ich an zu googeln und stellte fest, dass es solche Teile schon zu kaufen gibt (also bin ich nicht die Einzige, die das Tragen mäßig toll findet). Aber da sie mir mal wieder zu teuer waren, habe ich eine kostengünstige Variante genäht. Ohne Schnickschnack aber sehr hilfreich im Alltag. Wenn du also auch einen Tragegurt für das Laufrad brauchst, gibts hier die Low-Budget Variante zum selber machen.


Für einen Tragegurt fürs Laufrad benötigst Du:

Das sidn die Materialien für deinen selbstgenähten Tragegurt

Und so nähst Du den Tragegurt

Schritt 1 – die Stoffteile für das Schulterpolster zuschneiden

Das Polster für die Schulter besteht aus zwei Teilen – oben und unten. Das untere habe ich etwas länger gelassen, das obere ist etwas kürzer. So kenne ich das auch von Reisetaschen und so und fand es auch optisch ganz ansprechend. Außerdem wollte mein Farbfaible, dass ich zwei unterschiedliche Stoffe verwende.

Also schnitt ich mit dem Rollschneider* insgesamt vier Stoffteile aus – 2 x 23cm, 2 x 29cm lang. Die Breite des Stoffs ist abhängig von deinem Tragegurt. Ich habe welchen mit 5cm Breite gekauft. Hinzu kommen zweimal die Nahtzugabe (bei mir jeweils 0,75cm) und noch 0,5cm Platz für die Steppnaht. Macht in Summe 5cm + (2 x 0,75cm) + 0,5cm = 7cm Breite. Mit einer haushaltsüblichen Schere habe ich noch zwei Vliesstreifen ausgeschnitten, das Polster soll ja schließlich polstern. Länge für die Vliesstreifen entsprechen der Länge deiner Stoffstreifen – 0,5cm, die Breite ist die der Stoffstreifen.

Schneide dir das Schulerpolster aus nicht dehnbaren Stoffen und einem Vlies zu.

Tipp 1: Bitte schneide niiiieeeemals Vlies mit der Stoffschere oder dem Rollschneider. Es sei denn du willst stumpfes Werkzeug. Dann kannste das mit viel Erfolg so machen.

Tipp 2: Klar kannst Du die Stoffstreifen statt mit dem Rollschneider auch mit einer Stoffschere schneiden. Dauert aber viel länger und der Schnitt wird nicht so sauber. Und Zeit ist mit kleinen Kindern einfach rar, also Rollschneider*!

Schritt 2 – das Polster nähen

Jetzt beginnt der spaßigere Teil (ich mag zuschneiden nicht so sehr). Du legst die Stoffstreifen jeweils rechts auf rechts, d. h. die schönen Seiten zeigen zueinander. Oben drauf kommt der Streifen Vlies.

Lege die Stoffstreifen rechts auf rechts und darauf den Vlies.

Die Stoffteile fixierst Du mit den Stoffklammern*. Die eine kurze Seite markiere ich mit roten Stoffklammern, denn die muss offen bleiben als Wendeöffnung. Ich habe mich sehr daran gewöhnt mit den roten Klammern relevante Stellen zu markieren. Erzeugt einfach Aufmerksamkeit und ich ratter weniger über markante Stellen, die eigentlich nicht genäht werden dürfen.

Die zwei langen Seiten und eine kurze Seite nähst du jetzt mit einem Geradstich zusammen. Ich habe eine Länge von 3,5 eingestellt.

Nähe einaml um den Streifen rum udn lasse eien Wendeöffung.

Anschließend kannst Du noch mit einer Zickzackschere drumrum schneiden, aber pass auf die Naht nicht zu verletzen. Dadurch lassen sich gleich die Ecken nach dem Wenden besser ausformen.

Jetzt wendest Du also über die Wendeöffnung und forme die Ecken gut aus, in dem Du z. B. einen stumpfen Gegenstand in die Ecke schiebst.

Wende die Polster durch die Wendeöffnung an der kurzen Seite.

Die Wendeöffnung kannst Du jetzt schließen, in dem Du die Stoffteile nach innen umschlägst, mit den Stoffklammern fixierst und einmal mit der Nähmaschine knappkantig mit einem Geradstich absteppst.

Auch am anderen Ende des Polsters nähst Du knappkantig mit der Nähmaschine drüber, so dass die Enden auf beiden Seiten gleich aussehen. Die langen Seite werden nicht abgesteppt.

Steppe oben udn unten schmalkantig ab.

Die zwei Polsterteile legst Du jetzt aufeinander und fixierst sie an den langen Seiten gegen Verrutschen mit Stoffklammern*.

Nähe die langen Seiten des Schulterpolsters zusammen.

Mit dem Geradstich nähst du die langen Seiten zusammen. Vergiss nicht am Anfang und Ende zu verriegeln. Und damit ist dein Schulterpolster auch schon fertig.

Schritt 3 – den Tragegurt nähen

Jetzt musst Du Maß an deinem Laufrad nehmen, um die Schlaufen an beiden Enden genügend lang zu haben. Unser Laufrad am Lenker eine Länge von 23cm, der Sattel hat eine Länge von 17cm. Deshalb soll meine eine Schlaufe eine Länge von 27cm und die andere eine Länge von 22cm haben. Damit ist genügend Platz und ich muss den Tragegurt später nicht mit Ach und Krach drüber ziehen.

Die Ende des Gurtbandes* habe ich aber auch nochmal nach innen geschlagen, wie auf dem nächsten Bild zu sehen. Mit der Nähmaschine habe ich das dann vernäht, in dem ich großzügig mehrfach alle Nähte genäht habe. Schließlich muss es ausreichend stabil sein wenn das Rad dran hängt.

Nähe jeweisl eine Schlaufe am Ende des Tragegurtes.

Abschließend ziehst Du das Gurtband* durch das Schulterpolster. Und das war es auch schon.

Ziehe den Tragegurt durch das Schulterpolster.

Dein fertiger Tragegurt sollte jetzt ungefähr so aussehen. Mittig das Schulterpolster und an beiden Ende eine ausreichend große Schlaufe für Lenker und Sattel.

So sieht der selbst genähte Tragegurt für das Laufrad aus.

Schritt 4 – tragen, mehr relaxen, dekorieren 😉

Als ich den Tragegurt fertig hatte, wollte ich den natürlich gleich probieren und für euch Fotos machen. Schließlich litt ich schon in den letzten Tagen und Wochen genug beim Spazieren ohne das Teil … und wir waren viel draußen. Also ich freudestrahlend zur Mini: „Wollen wir mit dem Laufrad raus?“. Antwort von ihr: „Nein!“ Ist ohnehin ihr Lieblingswort zur Zeit. Sie wollte in den Garten. Also gibts jetzt für euch ein Foto vom dekorierten Gartenzaun. Au net schlecht 😉

Der Tragegurt hält das Laufrad.

Später kam dann noch der Mann in den Garten und ich konnte ihn motivieren als Fotomodel herzuhalten. Hat er gut gemacht und so gibts auch das Beitragsbild hier im Post ganz oben.


Kostenvergleich – selber machen versus kaufen

Als Wahlschwäbin interessiert mich wieder der Kostenaspekt. Ist der selbst gemachte Gurt günstiger als ein gekaufter? Im Netzt gibt es die Tragegurte ab ca. 10€, je nach Anbieter zzgl. Versandkosten. So ein gekaufter Tragegurt* hat dann aber auch Pipapao wie z. B. eine Längenverstellung.

Für den selbstgemachten Tragegurt habe ich 4,79€ bezahlt. Versandkosten wollte der Verkäufer nicht. Die Stoffe für das Polster hatte ich vorrätig, ebenso das Vlies. Wenn ich meine investierte Zeit außen vor lasse und Stoff und Vlies vorrätig ist, ist die selbst gemachte Variante günstiger. Sobald Du aber das Pipapo wie Längenverstellung haben möchtest, wirds günstiger auf die Kaufvariante zurückzugreifen. Karabiner und Schekel kosten in kleinen Mengen einfach unverschämt viel, so dass sich das selber machen nicht lohnt.

Ich hoffe euch gefällt meine neue DIY Idee und sie erleichtert euch ein wenig den Alltag mit Kleinkind. Falls bei euch das Wetter eher auf Indooraktivitäten abzielt, habe ich hier noch schnelle DIYs, die Kinder kreativ beschäftigen. Schönen Ostermontag und bis bald!

Eure JaLiRa

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