Wie mir selbstgemachter Karamellsirup den Sonntag rettete

von JaLiRa
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Beinahe wäre der heutige Sonntag eher bescheiden geworden, denn es hat was gaaanz wichtiges gefehlt. Stell Dir vor, jeden Sonntag freust Du dich auf Deinen frischen Latte Macchiato, den Du immer mit etwas Besonderem verfeinerst. Du schlappst in die Küche, aktivierst die Kaffeemaschine, nimmst die Milch aus dem Kühlschrank, greifst zum Küchenregal ins …  Leere. Wo ist der Karamellsirup???

Jetzt springt mein Hirn auf Arbeitsmodus. Wo ist der Sirup? Stand der wirklich immer hier? Wie konnte nur unser Vorratssystem nicht funktionieren …? Gibt’s den Sirup an der Tanke? Was jetzt?

Kurz überlegte ich, ob ich den Latte Macchiato nicht auch ohne Karamellsirup genießen könnte. Die Antwort war schnell gefunden – klar könnte ich. Will ich aber nicht. Zudem bezweifle ich, dass es MEINEN Sirup an der Tanke gäbe. Ich überlege weiter und hups, kann man Karamell nicht selbst herstellen? Klar, Zucker hätte ich vorrätig. Da funktioniert also das Kanbansystem.

Also, wieder ab in die Küche und an die Arbeit. Vorher bemühe ich noch Chefkoch und fühle mich bestätigt. Außer Zucker und Wasser brauche ich nix weiter. Einfach soll es auch sein – los geht’s also.


Karamellsirup Versuch 1

Eins vorweg: Wer von Euch gleich lesen will, wie es richtig geht und keine Lust aufs Erfahren möglicher Fehler hat, liest gleich bei Versuch 2 weiter.

Chefkoch sagt mir, dass ich folgendes benötige:

Meine Flasche, die ich für den Karamellsirup verwenden möchte, fasst 200ml. Ich messe mir 100g Zucker ab und mische 100g Xylith* bei. Im Wasserkocher erhitze ich genauso viel Wasser, d.h. 200ml. Das Zucker-Xylith Gemisch kippe ich in den Topf und erhitze es auf dem Herd. Ich rühre und rühre und das Zuckergemisch wird flüssig. Okay, so weit so gut. Allerdings ist es anfänglich noch weiß, also nicht karamellisiert. Ich gebe nicht auf und rühre weiter. Langsam setzt doch die Karamellisierung ein und das Ganze bekommt eine schöne bernsteinfarbene Farbe. Dann fängt es urplötzlich an merkwürdig zu riechen. Aber ich ignoriere das natürlich. Pffff, so ein bisschen Zucker lässt mich doch nicht scheitern. Ich nehme den Topf vom Herd und gieße langsam das kochende Wasser in die Zuckermasse.

Leute, das war nicht gut. Es brauchte gar nicht viel des kochenden Wassers und das ganze hat gespritzt, so dass die Küche aussah als gäbe es kein Morgen. Stinken tut es auch … nach angebranntem Zucker.

Zusammenfassung: So ist das irgendwie nicht richtig. Mein Kopf läuft so langsam auf Hochtouren. Meine Lust auf Karamellsirup steigt. Okay, denke ich – was war falsch? Bis zum Zeitpunkt, dass der Zucker angebrannt roch, lief es eigentlich ganz gut. Ich beschließe, einen zweiten Versuch zu wagen.


Karamellsirup Versuch 2

Jetzt wird es erfolgreich. Ich wiege mir wieder die Zutaten ab:

  • 100g Zucker
  • 100g Xylith*
  • 200ml Wasser

Ich gebe das Zuckergemisch in einen Topf und fange an dieses zu erhitzen. Dieses Mal rühre ich nicht von Anfang an, sondern gebe dem Zucker die Chance zu karamellisieren. Das tut der auch und sobald eine leicht bräunliche Farbe entsteht, fange ich langsam an umzurühren. Es riecht jetzt wie vor Zuckerwattenbuden auf dem Volksfest und meine Stimmung steigt wieder. Parallel erwärme ich das Wasser im Wasserkocher. Ich warte und rühre gelegentlich. Und irgendwann nach 2-3 Minuten hat meine Masse eine herrlich schöne Farbe. Ich erinnere mich: Beim ersten Versuch kippte das sehr schnell in eine braune, unangenehm riechende Soße.

Ich nehme sofort den Topf runter und bin mir sicher, dass diesmal alles besser wird. Das heiße, aber nicht mehr kochende Wasser gieße ich in den Topf. Und was fehlt? Das Rumgespritze vom ersten Versuch! Meine Vorfreude steigt. Den Sirup fülle ich in die bereitgestellte Flasche ab, starte wieder meine Kaffeemaschine* und lasse mir einen Latte Macchiato raus.

Der Sirup kommt wie immer oben drauf und dann: Kaffeezeit. Ich schlürfe meinen Macchiato und der ist echt lecker! Ich beschließe, nie wieder Karamellsirupmangel einziehen zu lassen. Und überhaupt: Warum gebe ich immer ein paar Euro für fertigen Sirup aus? Jetzt weiß ich ja wie es selber geht und somit sollte in Zukunft kein Mangel mehr auftreten. Die Sonntage sind also gerettet.

Allerdings muss ich jetzt noch die Küche putzen. Zum Glück ist Zucker wasserlöslich …


Und da das Auge ja bekanntlich mitisst, stanze ich noch ein Etikett aus und befestige es mit Bäckergarn* an der Flasche. Fertig! Und was darf in deinem Kaffee auf gar keinem Fall fehlen?

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