Einen Brotbeutel nähen – und wenden kannst Du den auch

von JaLiRa
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Wenn es etwas gibt was ich was ich wirklich nicht möchte, dann ist es das Wegschmei?en von Lebensmitteln, weil sie nicht mehr gut oder genießbar sind. Vor allem Backwaren laufen bei uns Gefahr zu hart zu werden, da wir nicht Unmengen davon essen. Zwar machen wir aus harten Broten oder Brötchen Semmelbrösel, aber irgendwann ist auch der Vorratsbehälter gut gefüllt.

Also war ich auf der Suche nach einem Behältnis in dem Backwaren möglichst lange frisch bleiben. Einen Brottopf hatten wir vor Jaaaaahren schon mal und der hat uns nicht überzeugt, weil er unter anderem einfach zu viel Platz weg nahm. Herkömmliche Stoffbeutel, mit denen ich zum Bäcker gehe, lassen die Backwaren zu schnell austrocknen. Und dann gibt es da ja noch Bienenwachstuch. Das ist antibakteriell, langlebig und lässt sich leicht reinigen.

Kurzerhand habe ich einen Brotbeutel genäht, der innen aus selbstgemachten Bienenwachstuch besteht, außen unbehandeltes Leinen und verschließbar ist der Beutel durch eine Kordel. Durch das Bienenwachs erhält der Beutel auch eine schöne Form und steht stabil auf dem Frühstückstisch. Bisher sind wir sehr zufrieden – mit der Haltbarkeit von Brot und Brezeln aber auch der Optik. Und deshalb kommt hier die Nähanleitung dazu :-).

Du kannst den selbstgenähten Brotbeutel auch unschlagen und dekorativ auf dem Frühstückstisch stellen.

Folgendes benötigst Du

Das sind die Materialien für einen selbstgenähten Brotbeutel.

Und so wird der Brotbeutel hergestellt

Schritt 1 – die Stoffe zuschneiden

Wer meine Posts hier schon eine Weile verfolgt, ahnt, dass ich wieder zu meinem Rollschneider* und Patchworklineal* greife. Gerade Schnitte gehen damit einfach perfekt und schnell. Eine selbstheilende Schneidematte* drunter und los gehts. Du kannst natürlich auch mit Schneiderkreide deine Schnitte anzeichnen und mit der Stoffschere schneiden, dauert halt.

Insgesamt brauchst Du sechs Stoffzuschnitte – 2 mal Außenstoff (37cm x 35cm), 2 mal Innenstoff (37cm x 35cm) und die zwei schmalen Stoffe für den Kordeldurchzug (8cm x 31cm). Bei den Innen- und Außenstoffzsuchnitten schneidest Du unten an den Ecken jeweils ein Quadrat mit den Maßen 7cm x 7cm aus. Das Ergebnis siehst Du im nächsten Foto.

So sehen die Stoffzuschnitte für deinen selnstgenähten Brotbeutel aus.

Hinweis: Wer oben auf das Foto etwas genauer schaut, sieht, dass ich den Innenstoff (der beige mit den Sternen) zuvor schon mit Bienenwachs behandelt habe. Das war nicht sooo clever, also bitte nicht nachmachen. Es ist besser alles erst zu zuschneiden und dann mit Schritt 2 weitermachen … das spart Bienenwachs und es schneidet sich auch besser!

Schritt 2 – aus dem Innenstoff ein Bienenwachstuch herstellen

Als erstes heizt du deinen Backofen schon mal auf Umluft 70°C vor. Bienenwachs hat einen Schmelzpunkt von ca. 63°C, da sollten 70°C gut passen. Auf dein Backblech legst Du Backpapier aus. Auf das Backpapier legst Du einen der zwei Innenstoffzuschnitte und verteilst das Bienenwachs* drauf. Sei nicht zu sparsam, aber übertreibe es mit dem Wachs auch nicht. Taste dich am besten langsam heran, denn du kannst bei Bedarf noch immer nachlegen.

Für selbstgemachtes Bienenwachstuch verteile Bienenwachs auf dem Stoff und lass es im Backofen schmelzen.

Das Backblech mit dem Backpapier, Stoff und Bienenwachs schiebst Du in den Backofen und lässt das Wachs schmelzen. Innerhalb von 10 Minuten sollte das abgeschlossen sein. Dann nimmst Du vorsichtig den Stoffzuschnitt hoch, lässt es etwas abtropfen und nach wenigen Sekunden ist das Tuch abgekühlt und auch etwas steifer. Lege es einfach beiseite und wachse das zweite Tuch.

Mein Bienenwachs war nicht super gleichmäßig verteilt. Deshalb habe ich nachgebessert, in dem ich den Stoff zwischen zwei Backpapiere gebügelt und das überschüssige Wachs mit Papier aufgesogen habe.

Das sind die fertigen selbtsgemachten Bienenwachszuschnitte für den Brotbeutel.

Hinweis: Falls du mit dem Bienenwachs nicht selber rumhantieren möchtest, kannst Du fertiges Bienenwachstuch* auch kaufen.

Schritt 3 – den Außenstoff bedrucken

Mein Außenstoff ist neutrales, unifarbenes Leinen. Für den Brotbeutel war mir das irgendwie zu langweilig und so habe ich es mit diesem Transferpapier* bedruckt. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen selbst auf selbstgenähten Facies (aka Mund-Nasen-Schutz) gemacht. Geht schnell und hält lange, selbst nach etlichen Waschgängen. Wenn Du nichts aufdrucken möchtest, kannst Du direkt beim Schritt 4 weitermachen.

Dazu bin ich auf Pixabay wieder fündig geworden. Die haben viele kosten- und lizenzfreie Grafiken, die Du ohne Anmeldung direkt runterladen kannst. Ich habe mich für ein Brot, eine Brezel und ein süßes Stückle entschieden.

Mit diesen Grafiken habe ich den Außenstoff des Brotbeutels selbst bedruckt.

Der Ausdruck wird dann erst auf das Transferpapier gedruckt und anschließend auf den Stoff gebügelt. Fertig. Mehr Infos dazu habe ich in diesem Post beschrieben.

Schritt 4 – den Kordeldurchzug an Innen- und Außenstoff nähen

Bevor es ans Nähen geht, empfehle ich dir die die zwei Außenstoffe und die zwei schmalen Streifen für den Kordeldurchzug zu bügeln. Die Außenstoffe einfach halbwegs glatt bügeln. Die beiden Stoffstreifen faltest Du der Länge nach einmal mittig (Schritt 1 im nächsten Bild), bügelst drüber, dann schlägst Du die beiden kurzen Ende jeweils ca. 1cm um und bügelst diese auch nochmal über (Schritt 2). Als letztes nochmal der Länge nach drüber bügeln und die beiden Stoffstreifen sind für den Kordeldurchzug vorbereitet.

Jetzt geht es aber wirklich ans Nähen. Du legst Dir den Außenstoff mit der schönen, rechten Seite zu dir hin. An der oberen Kante legst Du einen Streifen für den Kordeldurchzug mit der offenen Kante nach oben.

Lege dir alle Stoffe für den Brotbeutel vor dich hin uns fixiere sie mit Stoffkalmmern gegen Verrutschen.

Darauf kommt der Innenstoff, mit der rechten, schönen Seite nach unten. Die Stoffe fixierst Du mit den Stoffklammern* gegen das Verrutschen. Alle drei Stoffteile nähst Du an der oberen Kante zusammen. Das ist die eingezeichnete orangene Linie im nächsten Bild. Bitte vergiss nicht am Anfang und Ende der Naht zu verriegeln.

Nähe die drei Stoffteile des Brotbeutels an der oberen Kante zusammen.

Schritt 5 – die Stoffteile zusammen nähen

Eines der eben zusammengenähten Stoffteile klappst Du jetzt auf, so dass du auf die schönen rechten Seiten siehst und in der Mitte der Kordeldurchzug zu sehen ist.

Klappe die zusammengenähten Stoffteile des Brotbeutels auf.

Darauf legst Du jetzt die anderen zusammengenähten Teile mit der linken, unschönen Seite zu Dir. Die rechten, schönen Seiten liegen also innen, Innenstoff liegt auf Innenstoff und Außenstoff auf Außenstoff. Du kannst jetzt die beiden Teile zusammennähen wie im nächsten Bild wieder in orange eingezeichnet ist. Dabei lässt Du an der kurzen Seite des Innenstoffes eine Wendeöffnung. Bei mir im Bild ist das die Stelle wo die Schere hinzeigt.

So nähst du deinen Brotbeutel zusammen.

Schritt 6 – den Boden nähen

Jetzt fehlt nur noch das Verschließen des Bodens, denn die vier Ecken sind derzeit noch offen. Dazu faltest Du die Ecken auseinander und legst die offenen Seiten aufeinander. Mit der Stoffklammer fixierst Du die Stoffe miteinander und nähst jeweils die Ecken zusammen. Dein Brotbeutel erhält dadurch mehr Raum oder Tiefe und steht auch besser.

Durch das Zusammennähen der Ecken bekommt der Brotbeutel mehr Tiefe.

Schritt 7 – den Brotbeutel wenden und Kordel durchziehen

Jetzt musst Du den Beutel nur noch vorsichtig durch die Wendeöffnung wenden, die Wendeöffnung mit einem Matratzenstich zunähen und die Kordel* durch den Kordeldurchzug ziehen. Dazu stichst Du in das eine Ende der Kordel einfach eine Sicherheitsnadel durch und kann dadurch die Kordel über die Sicherheitsnadel gut durch den Tunnelzug ziehen.

Da ich auch noch Holzkugeln zu Hause hatte, habe ich die zur Deko an die Kordelenden angebracht und mit einem Knoten gesichert. Falls Du keine Holzkugeln hast, machst Du einfach nur einen Knoten an den Enden der Kordel und gut ist.

Mit eienr Kordel kannst Du den Brotbeutel verschließen.

Damit ist der Brotbeutel auch schon fertig. Irgendwie ist der Post doch deutlich länger geworden als gedacht … deshalb vielen Dank fürs lange Aushalten und Lesen bis hierher. Das eigentliche Herstellen des Brotbeutels kam mir zumindest eher kurzweilig vor. Wie gefällt euch der Brotwendebeutel? Brotwendebeutel ist ein cooles Wort zum Galgenraten, fällt mir gerade auf 😉

Und was nimmst Du zum Aufbewahren deiner Backwaren? Ich bin gespannt auf eure Ideen!

Einen Brotbeutel aus Leinen und Bienenwachs kannst Du ganz einfach selber nähen. Ich zeige dir wie das geht!

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