Seife Schneeweißchen – DIY Anleitung

von JaLiRa
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Die Tage derzeit sind schon ganz schön ungewohnt. Seit einigen Wochen hören wir in den Medien vom Covid-19 (Coronavirus) und so langsam kommt die Sorge auch in Deutschland an. Das führt derzeit zu erstaunlichen Hamsterkäufen und so gibt es zum Beispiel kaum noch Seife zu kaufen. Im Grunde genommen ist es richtig, jetzt insbesondere auf Hygiene zu achten.

Ich selber hamstere Seife nicht in der Drogerie. Ich siede unsere Seife weiterhin selbst, muss mich nicht in der Drogerie in die langen Schlangen einreihen und freue mich sehr an meiner selbstgemachten Schneeweißchen Seife. Die schäumt herrlich und hat ihren Namen auf jeden Fall verdient. Das verwendete Erdnussöl macht die Seife schön hell und das Aprikosenkernöl ist besonders für empfindliche Haut geeignet und pflegt herrlich. Und da viele Menschen ihre Hände zur Zeit viel häufiger waschen ist Pflege besonders wichtig. Und für alle, die jetzt Seife selber sieden wollen, kommt hier meine DIY-Anleitung.


Das brauchst Du für die Seife Schneeweißchen

Alternativ kann ich Dir auch empfehlen, die Zutaten bei Dragonspice* zu erwerben.


Und so stellst Du die Seife Schneeweißchen her

Schritt 1 – Sicherheitsmaßnahmen treffen

Beim Seife sieden wird mit einer Lauge gearbeitet. Deshalb sind Sicherheitsmaßnahmen unabdingbar. Aber keine Panik, die Sicherheitsnahmen sind zum Schutz deiner Gesundheit und wenn du diese befolgst, ist Seife sieden ein durchaus risikoarmes Hobby. Hier kommen die ultimativen Punkte:

  • Der Ort: Am besten siedest Du draußen an der freien Luft. Falls du die Möglichkeit nicht hast, dann räume bitte deine Küche leer, d.h. Du verstaust alle frei rumstehenden und offenen Lebensmittel. Öffne das Fenster.
  • Sicherheitsbekleidung: Bitte ziehe lange Klamotten und Handschuhe* an und setze eine Sicherheitsbrille* sowie Mundschutz und Nasenschutz* auf.
  • Schutz anderer Personen und Tiere. Bitte lasse niemanden an deine Zutaten, damit sie nicht verunreinigt werden oder jemand anfängt mit der Lauge zu spielen. Auch Miezie und Bello bleiben bitte weg.
  • Equipment: Deine Schüsseln, Töpfe und Pürierstab, die mit der Lauge oder dem Seifenleim in Verbindung kommen, verwendest Du bitte nur noch zum Seife machen und nicht mehr für Lebensmittel.

Schritt 2 – gute Vorbereitung ist alles

Bitte wiege Dir alle Zutaten auf das Gramm genau ab und fülle sie in separate Schüsseln. Insbesondere das Natrumhydroxid muss exakt abgemessen werden, deshalb empfehle ich dir eine Waage mit mindestens einer Nachkommastelle*. Lass dir Zeit, denn selbst kleine Wiegefehler rächen sich … ich spreche da aus leidiger Erfahrung.

Die Sheabutter schneidest Du am besten schon jetzt in möglichst kleine Stücke, so dass sie später schnell schmelzen.

Schritt 3 – den Seifenleim anrühren

Als erstes rührst Du jetzt die Lauge an. Dazu gießt du das abgewogene Natriumhydroxid in das destillierte Wasser. Und zwar genauso herum und nicht das Wasser in das Natriumhydroxid.

Rühre Dir die Lauge für die Winterseife an.

Mit dem Schaumbesen rührst Du so lange, bis sich alle Natriumhydroxidperlen vollständig aufgelöst haben. Bitte achte darauf, dass du dir nicht die Finger verbrennst. Die Lauge wird beim Anrühren gut und gerne 70°C heiß. Also aufpassen!

Die fertig angerührte Lauge gibst Du unter Rühren durch ein Haarsieb zur kleingeschnippelten Sheabutter. Bitte verwende unbedingt ein Haarsieb. Falls sich einige Perlen des Natriumhydroxids nicht aufgelöst haben, möchtest Du die nicht später in der Seife haben und deine Haut verätzen. Also unbedingt durchs Sieb gießen! Durch die Hitze der Lauge schmilzt die Sheabutter. Rühre mit einem Schneebesen solange, bis die Butter komplett geschmolzen ist.

Mische die geschmolzenen Fette und die Lauge zur Herstellung deiner Haarseife.

Anschließend gibst Du alle flüssigen Öle hinzu und rührst den Seifenleim mit dem Pürierstab, bis die Konsistenz leicht andickt. Wenn Du möchtest, kannst du jetzt auch ein Parfumöl deiner Wahl hinzugeben. Achte darauf, dass es für die Herstellung von Seifen geeignet ist. Bei manchen Parfümölen steht auch „laugenstabil“ drauf. Bezogen auf die Gesamtmasse benötigst Du etwas 3% Parfumöl.

Schritt 4 – die Seifenformen befüllen

Den angerührten Seifenleim gießt du in die bereitgestellten Seifenformen. Ich habe für mein Schneeweißchen diese hier* verwendet.

Farbe und Muster der Schneeweißchen Seife

Für mich passen hier die weiße Farbe und die schlichte Eleganz des Muster perfekt zusammen. Achte beim Einfüllen des Leims, dass du nicht zu viele Lufteinschlüsse bekommst. Lass dir ruhig ein wenig Zeit, so lange der Leim fließfähig ist. Am Ende lasse ich die Formen noch mal leicht „aufdotzen“ so dass sich möglichst alle kleinen Räume und Rillen füllen.

Schritt 5 – aus Seifenleim wird Seife

Die befüllten Formen deckst Du mit einer Frischhaltefolie ab und stellst sie dunkel und kühl bis zum Ausformen. Häufig liest man, dass nach 24 Stunden die Seifen ausgehärtet sind und man diese ausformen könne. Das ist hier etwas anders. Da der Anteil der flüssigen Öle recht hoch ist, dauert die Aushärtephase deutlich länger. Bei mir waren es ca. 3,5 Tage in der recht kühlen Abstellkammer.

Sobald du die Seife ausgeformt hast, muss sie noch reifen. Dazu legst Du sie in einem gut belüfteten Raum. Damit von jeder Seite möglichst viel Luft rankommt, nutze ich derzeit solche Briefablagen aus Metall*. Vorher hatte ich stapelbare Obstkisten verwendet, aber da passen mir für den Platzbedarf zu wenige Seifen rein.

Nach 6 Wochen ist die Reifezeit beendet und Du kannst die Seife verwenden. Allerdings lohnt sich bei der Schneeweißchen geduldig zu sein. Ich habe sie jetzt schon ein halbes Jahr ruhen lassen und sie wurde noch besser, milder, schaumiger.

Schneeweißchen Seife kannst Du einfach selber machen.

Wie gefällt euch meine Schneeweißchen? Mit welchen Ölen und Fetten habt ihr gute Erfahrungen gemacht wenn ihr weiße Seifen sieden wolltet?

Seife Schneeweißchen
4 Kommentare

4 Kommentare

Claudia 20. Oktober 2020 - 10:39

Hallo Jalira,
ich bin durch Zufall heute auf deine Seite gestossen und nach 1,5 Stunden möchte ich dir sagen: Super!!
Seit einiger Zeit machen meine Tochter und ich Naturkosmetik, Seifen etc., jedoch (noch) nicht so professionell. Vor allen Dingen haben mir es deine Seifen angetan und ich habe bereits Zutaten bestellt um diese nachzumachen.
Hast du evtl. auch ein Rezept für eine gute flüssige Seife. Daran habe ich mich schon versucht. Das Ergebnis schäumt leider nicht wie herkömmliche Seifen. Hast du mir da einen Tipp? Kann man da noch was beimischen? In meinem Badezimmer habe ich auch gerne feste Seifenstücke, in der Gästetoilette mag ich – vor allen Dingen jetzt zu Corona-Zeiten – lieber Flüssigseife.
Vielen Dank und ich werde auf jeden Fall ein treuer Begleiter deiner Homepage bleiben!
Claudia

Antworten
JaLiRa 20. Oktober 2020 - 18:32

Hallo Claudia,

wow – vielen Dank für dein liebes Feedback. Das freut und motiviert mich sehr 🙂 Ihc wünsche euch viel Spaß bei Seife sieden. Aber Achtung: Gerade Seife hat echt nen „Suchtfaktor“, weil man sich so unglaublich tolle Duft und Designkombinationen überlegen kann.

Zu deiner Frage nach der Flüssigseife kann ich dir leider keine erfahrungsbasierte Antwort geben. Ich wollte es selbst auch schon lange mal machen, bin aber nicht dazu gekommen. Aus dem Bauch heraus und ohne viel darüber nachgedacht zu haben, könnte ich mir folgendes vorstellen: Du sammelst die Seifenreste von den harten Seifen und reibst diese klein, füllst sie mit Wasser auf und gibst noch ein Schaumfett (Kokosöl, Babassuöl oder Palmkernöl) hinzu. Das zumindest mal als erster Gedanke von mir dazu.

Aber du hast mich jetzt positiv angefixt, das Ganze mal selbst anzugehen 😉

Bis hoffentlich bald mal wieder hier im Blog. Melde dich ruhig bei Fragen und noch lieber bei Erfolgen.
JaLiRa

Antworten
Jane 6. April 2020 - 8:11

Ich liiiiiebe diese Seife! Gleichauf mit deiner Winterseife! Jetzt kann ich die endlich nachmachen

Antworten
JaLiRa 6. April 2020 - 19:28

Hallo liebe Jane,

ich danke dir recht herzlich und viel Spaß beim Seife sieden. Und falls Du nicht dazu kommst, machen wir das bei deinem nächsten Besuch zusammen :-). Ikk freu mir schon druff!

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