Winterseife – DIY Anleitung

von JaLiRa
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Werbung (unbezahlt): Dieser Beitrag ist in freundlicher Kooperation mit der Firma Cosmothek GmbH entstanden und enthält kostenlose Produktzusendungen.



Nach unserer Herbstseife stellen Elke und ich Dir heute unsere Winterseife vor, die wir im Rahmen unserer DIY-Jahreszeitenseifen Challenge gesiedet haben. Schau mal rein – bist Du dabei? Es gibt auch was zu gewinnen 😉

Unser Ziel war es, dass die Winterseife sowohl optisch als auch vom Geruch an Winter oder, genauer gesagt, an Weihnachten erinnert. Sie duftet herrlich nach Vanille und Zimt und ist von der Farbe her schön natürlich! Die eine Hälfte ist komplett ungefärbt und die zweite Hälfte ist ganz leicht braun gefärbt mit Seifenpigmenten und ein wenig Kaffeesatz. Durch den Kaffeesatz hat die Seife einen leicht peelenden Effekt. Auch die Winterseife ist wieder aus rein natürlichen Zutaten hergestellt. Zum Einsatz kommen Avocadoöl, Haselnussöl, Sheabutter, Kokosöl und Babassuöl. Das Avocadoöl wirkt besonders gut bei trockener, spröder Winterhaut, Kokosöl macht die Seife etwas härter. Das Babassuöl erzeugt noch cremigeren Schaum als nur das Kokosöl und die Sheabutter zieht rasch und tief in die Haut ein und polstert diese auf.

Und damit auch Seifensiederneulinge die Seife einfach selber machen können, verwenden wir wieder den Heat Transfer Cold Process. Einfacher gehts nicht! Für ein bisschen Abwechslung haben wir aber wieder zwei Varianten hergestellt: Variante 1 – einfach rund, Variante 2 – mit Einzelsilikonfomen verschiedener Motive.

Die Winterseife wird in zwei Varianten hergestellt: Einzelformen und am Stück.

Du benötigst für die Winterseife folgende Zutaten und Equipment

Für 1kg der Winterseifee benötigst Du folgende Zutaten (für mehr oder weniger Seife rechnest Du die Mengen entsprechend um):

  • 200g Avocadoöl
  • 150g Babassuöl
  • 300g Haselnussöl
  • 150g Kokosöl
  • 200g Sheabutter
  • 130g Natriumhydroxid (bei 12% Überfettung)
  • ätherisches Öl zum Beduften (Vanille und Zimt)
  • 2-3 EL getrockneter Kaffeesatz
  • 4TL Zucker, 1TL Salz
  • 250g destilliertes Wasser*
Das sidn die Fette für die Winterseife.

Diese speziellen Seifenzutaten (Ausnahme ist das destillierte Wasser) bekommst Du in Shops, in denen Seifenrohstoffe verkauft werden, wie z. B. der Shop Brenessel-München von der Cosmothek GmbH. Neben den Seifenzutaten benötigst Du noch ein bisschen Equipment:


Und so wird die Winterseife hergestellt – DIY Anleitung

Schritt 1 – für Sicherheit sorgen

Seife wird mit einer Lauge hergestellt und deshalb gibt es einige Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Bitte nimm die Hinweise ernst, denn es geht um deine Gesundheit. Aber bitte keine Panik! Wenn Du umsichtig vorgehst, ist Seife sieden ein risikoarmes Hobby.

Also, bitte ziehe Dir lange Bekleidung an, die Dir nicht unbedingt am Herzen liegt. Falls Du nicht draußen arbeiten kannst, räume bitte sämtliche offenen Lebensmittel weg und bedecke ggf. deine Arbeitsfläche mit Zeitungspapier. Öffne das Fenster möglichst weit, damit die Laugendämpfe abziehen können. Sobald Du die Lauge anrührst und diese weiterverarbeitest, ziehe bitte die Handschuhe* sowie den Mund und Nasenschutz* an. Und jetzt kann es auch schon losgehen.

Schritt 2 – alle Zutaten abwiegen

Beim Seife sieden muss es schnell gehen und deshalb empfehle ich Dir, alle Zutaten vorab abzuwiegen und in separate Schüsseln aus Glas, Keramik oder Edelstahl abzufüllen. Auf alle Fälle darf das Natriumhydroxid nicht in eine Aluminiumschüssel. Das gäbe unschöne Reaktionen.

Beim Abwiegen ist Genauigkeit gefragt, d. h. bitte wiege die Zutaten auf das Gramm genau ab. Dazu benötigst Du eine Waage, die besonders schnell reagiert und mindestens eine Nachkommastelle hat. Ich nutze seit einiger diese* und bin sehr zufrieden damit. Sie hat alles was man zum Seife sieden braucht, zu einem unschlagbar günstigen Preis.

Schritt 3 – die festen Fette klein schneiden

Das Babassuöl, Kokosöl und Sheabutter sind feste Fette. Die schneidest Du in so kleine Stücke wie möglich. Hintergrund ist, dass wir später die Hitze der Lauge nutzen, um die Fette zu schmelzen. Sind die Stücken zu groß, wird das mit dem Schmelzen sehr schwierig und Du hast das Risiko, dass in deiner Seife weiße Flecken, sogenannte stearic spots, entstehen.

Schritt 4 – Farbe, Kaffeesatz und Duft vorbereiten

In einer Tasse löst Du wenige Gramm des braunen Pigments in Wasser auf. Rühre gut mit einem Löffel, bis keine Klumpen mehr vorhanden sind. Bei anderen Herstellern von Seifenpigmenten kann es sein, dass Du sie in Öl einrühren musst. Hier richte Dich bitte unbedingt nach den Herstellerangaben.

Braune Pigmente für die Winterseife dispergieren.

Wir haben in unsere Seife etwas Kaffeesatz eingearbeitet. Das sorgt für einen peelenden Effekt, was im Winter sehr hilfreich sein kann. Wenn Du das nicht möchtest, dann springe einfach zum nächsten Schritt. Wenn Du Kaffeesatz verwenden möchtest, dann siebe den vollständig getrockneten Kaffeesatz durch ein Haarsieb. Wir haben auf 1kg Seife ca. 2-3 EL verwendet. Beim nächsten Mal würde ich das sogar noch etwas verringern auf 1-2 EL.

Siebe trockenen Kaffeesatz für die Winterseife.

Die ätherischen Öle zum Beduften der Winterseife stellst Du dir geöffnet zur Seite, so dass Du sie später schnell in den Seifenleim tropfen kannst.

Schritt 5 – den Seifenleim anrühren

Als erstes gibt Du alle deine festen Fette in einen Edelstahltopf. Achte darauf, dass er groß genug ist, um am Ende alle Zutaten fassen zu können. Als zweites gibst Du die flüssigen Fette in ein zweites Gefäß und rührst noch 4 TL Zucker und 1 TL Salz hinein. Die fertigen Mischung kannst Du noch einen Augenblick beiseite stellen.

Hinweis: Die Zugabe von Zucker und Salz ist unter Seifensiedern nicht ganz klar. Zucker soll den Schaum noch etwas cremiger werden lassen und das Salz macht die Seife etwas härter. Wir haben uns entschieden, es dazuzugeben und die Seife ist tatsächlich schön cremig schaumig und nicht zu weich geworden. Ob es aber tatsächlich am Zucker und Salz lag, wissen wir nicht. Eine Vergleichsseife ohne Zucker und Salz haben wir nicht gesiedet. Hat von Euch jemand dazu schon Erfahrung gesammelt?

Für die Lauge gibst Du relativ schnell das abgewogene Natriumhydroxid in das destillierte Wasser (nicht umgekehrt!) und rührst mit einem Schaumbesen solange, bis die Flüssigkeit klar ist und sich das Natriumhydroxid komplett gelöst hat.

Rühre Dir dLauge für die Winterseife an.

Die eben angerührte Lauge gießt Du sofort durch ein Haarsieb zu den festen Fetten. Nun wird diese Masse so lange mit dem Schneebesen gerührt, bis sich alles vollständig aufgelöst hat. Das geht ganz gut, denn die Lauge hat deutlich über 70°C, also aufpassen!

Wenn sich die festen Fette vollständig in der Lauge aufgelöst haben, gibst Du die flüssigen Fette hinzu und rührst das ganze mit dem Pürierstab. Achte darauf, dass der Pürierstab ein Messer aus Edelstahl hat, bzw. ohne Aluminium ist. Sobald der Seifenleim eine leicht joghurtartige Konsistenz hat, hörst Du mit dem Pürieren auf. Lieber etwas früher als später!

Schritt 6 – die Zusätze in den Seifenleim geben

Den fertigen Seifenleim teilst Du auf jetzt auf zwei Anrührgefäße (z.B. Silikonmessbecher wie diese*) auf. In die eine Hälfte rührst Du mit dem Schneebesen das aufgelöste braune Farbpigment ein. Da Vanille im Ruf steht, den Seifenleim leicht braun zu färben, geben wir das ätherische Vanilleöl in den braunen Leim, ebenso den Kaffeesatz, und das Zimtöl in den hellen Seifenleim.

Gib die ätherischen Öle in den Seifenleim.

Das von uns verwendete Vanilleöl hat leider den Seifenleim schnell andicken lassen und wir hatten große Mühe, den Leim noch in die Formen zu bekommen. Achte also darauf, dass Du nur Öle verwendest, die den Seifenleim so wenig wie möglich andicken.

Schritt 7 – Formen befüllen

Den Seifenleim kannst Du jetzt in deine Formen gießen. Auf dem Foto kannst Du auch gut sehen, dass unser brauner Leim schon sehr zähflüssig ist. Aber irgendwie haben wir es geschafft, den Leim noch zu formen. Einen kleinen Teil haben wir in Einzelformen gegossen … oder soll ich lieber sagen gespachtelt?

Für die Winterseife gießt Du den Seifenleim zu ungefähr gleichen Teilen in die Einzelformen.

Da aber unser Leim jede Sekunde fester wurde, mussten wir schnell handeln und haben den größten Teil in die leere runde Müslidose gepresst. Das musste alles sehr schnell gehen und wir haben auch keinen Wert mehr auf ein besonders schönes Farbmuster gelegt. Hauptsache rein mit dem Leim und der Rest wird sich schon ergeben :-).

Schritt 8 – Seife schlafen legen

Sobald Du den Seifenleim in die Formen gefüllt hast, deckst Du sie mit Frischhaltefolie ab. Wenn Du häufiger Seife siedest, kannst Du auch über wiederverwendbares Backpapier* nachdenken. Das reduziert den Müll, aber Du darfst es anschließend nicht mehr zum Backen verwenden, sondern nur noch zum Seife sieden. Alle Formen deckst Du zusätzlich noch mit ein paar alten Handtüchern oder auch mit einer Decke ab. Die Seifen brauchen es für einen ganzen Tag schön warm.

Schritt 9 – Seife ausformen und schneiden

Nach ca. 24 Stunden prüfst Du, ob die Seife noch warm ist oder weich ist. Falls nicht, kannst Du sie vorsichtig aus der Form drücken. Ist sie noch warm oder recht weich, so lasse sie lieber noch ein paar weitere Stunden unter der Frischhaltefolie und den Handtüchern.

Für die Variante 1 unserer Winterseife kommt jetzt ein Seifenschneider* zum Einsatz. Dazu legst Du den ganzen Block Seife in den Seifenschneider und schneidest Dir ca. 1cm dicke Seifenstücke ab. Wir haben sowohl das gewellte als auch das ungewellte Schneidemesser verwendet und dadurch glatte aber auch gewellte Seife erzeugt.

Das runde Seifenstück schneidest Du mit dem Seifenschneider in Stücke.

Für die Variante 2 der Winterseife brauchst Du eigentlich nichts weiter tun, als die Stücken vorsichtig aus der Form zu drücken. Wer möchte kann die Kanten noch mit einem Sparschäler versäubern.

Schritt 10 – Seife geduldig reifen lassen

Wenn Du die Seifenstücken hast, darfst Du dich noch in Geduld üben. Die Seife muss noch für 6 Wochen reifen, bevor Du sie das erste Mal verwenden kannst. Denn, die Verseifung ist gestartet, aber noch lange nicht abgeschlossen. Zum Reifen brauchen die Seifen eine dunkle, luftige Umgebung. Dazu legst Du sie am Besten auf ungefärbtes Papier (kein Zeitungspapier, denn die Druckerschwärze färbt ab) in stapelbare Obstkisten*. Und dann ab damit in einen gut belüfteten Raum für die nächsten Wochen. Und damit Du die Zeit bis dahin überbrückst, kommt hier noch ein weiteres Foto von den fertigen Seifen.

So schön dekorativ ist die Winterseife.

Auch wenn Vanille unseren Seifenleim schnell andicken ließ, ist es der Zimt-Vanille Duft Wert gewesen. Es passt einfach perfekt zum Advent und so ist die Winterseife auch ein tolles Geschenk zu Weihnachten.


So, jetzt bin ich gespannt – was habt ihr für tolle Winterseifen gesiedet? Wer will kann Fotos davon schicken und wandert automatisch in den Lostopf für unser Gewinnspiel. Aufi!

4 Kommentare

4 Kommentare

Sarah Unland 4. November 2019 - 20:37

Hallo,
ich habe zum ersten Mal Seife gemacht und bin mir etwas unsicher ob sie etwas geworden ist da sie etwas gesprenkelt aussieht und grün weil ich unraffiniertes Avocadoöl benutzt habe
Aber diese Sprenkel verunsichern mich schon etwas. Oder ist das normal?
LG Sarah

Antworten
JaLiRa 4. November 2019 - 20:47

Hallo Sarah,

Hast Du die angerührte Lauge, wie im Post beschrieben, durch ein Haarsieb zu den Fetten/Ölen gegeben? Falls ja, ist das Risiko für sogenannte Laugennester minimal. Falls Du die Lauge nicht durch das Sieb gegossen hast, wäre mir persönlich das Risiko von Laugennestern zu hoch und ich würde die Seife nicht verwenden.

Kannst Du die Sprenkel noch etwas näher beschreiben? Falls es kleine weiße Flecken sind, könnten es auch „Stearic Spots“ sein. Die entstehen, wenn Du die Fette nicht klein genug geschnitten hast und die warme Lauge diese nicht komplett geschmolzen konnte. Das sieht dann zwar nicht so toll aus, ist aber tatsächlich kein funktionales Problem, sondern nur ein optisches.

Falls Du dir unsicher bist, kannst Du mir gerne ein Foto schicken (Emailadresse ist jalira(AT)bastelrado.de). Ich schaue mir das gerne an.

Antworten
JaLiRa 8. November 2019 - 13:27

Hallo Sarah,

vom Foto her würde ich eher auf stearic spots tippen. Die sind dann zwar nicht schön, aber auch nicht gefährlich. Um herauszufinden ob es nicht doch Laugennester sind, kannst Du mal den „Küsschentest“ wagen oder aber am weißen Punkt mit ph Papier prüfen. Schau mal hier im SeifenWiki. Ganz wichtig – sei bitte auf Gegenmaßnahmen vorbereitet, d.h. Wasser bzw. Essiglösung in der Nähe.

Melde dich gerne nochmal nach dem Test. Bin gespannt und ich drücke dir die Daumen, dass es tatsächlich nur stearic spots sind.

Viele Grüße
JaLiRa

Antworten
Sarah 8. November 2019 - 13:30

Hallo JaLiRa,
schmeckt nur nach seife als alles ok, und da ich eh überlegt hatte die seife einzufilzen ist die Optik auch zweitrangig

Vielen Dank und liebe Grüße
Sarah

Antworten

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