Frühlingsseife – DIY Anleitung

von JaLiRa
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Werbung (unbezahlt): Dieser Beitrag ist in freundlicher Kooperation mit der Firma Cosmothek GmbH entstanden und enthält kostenlose Produktzusendungen.


So, Neujahr liegt nun kurz hinter uns und mit dieser Frühlingsseife leute ich das neue Do-it-yourself Jahr ein. Seid ihr schon wieder breit für Selbstgemachtes? Gut, dass es nichts zum Futtern ist, denn davon hatte ich in den letzten Tagen nun wirklich genug.

Nach der Herbst – und Winterseife hat Elke nun dieses Rezept passend zum Frühling kreiert. Die Zutaten der Seife sind passend zu der Jahreszeit und auch die Fliederfarbe lässt mich schon wieder vom Frühling träumen. Die Seife haben wir gemeinsam im Rahmen unserer DIY-Jahreszeitenseifen Challenge gesiedet haben. Schau mal rein – bist Du dabei? Es gibt auch was zu gewinnen 😉

Und da mir ja immer sehr wichtig ist, dass alle in den Challenges etwas lernen, zeigen wir hier, wie man mit sehr hautpflegenden aber wenig stabilen Ölen in Seifen umgeht. Normalerweise könnte eine solche Seife sehr schnell ranzen, aber da gibt es ja zum Glück ein paar Tipss, die wir weiter unten verraten. Also auf gehts!


Du benötigst für die Frühlingsseife folgende Zutaten und Equipment

Frühling erinnert mich an Flieder und Mohn. Beides kann man nahezu überall sehen und so sollte mich die Frühlingsseife genau an diese beiden Pflanzen erinnern. Für 1kg der Frühlingsseife benötigst Du folgende Zutaten (für mehr oder weniger Seife rechnest Du die Mengen entsprechend um):

Das sind die Zutaten für die Frühlingsseife.
  • 250g Kokosöl nativ
  • 250g Sheabutter
  • 400g Mohnsamenöl
  • 100g Rizinusöl
  • 131g Natriumhydroxid (bei 10% Überfettung)
  • 265g destilliertes Wasser*

Diese speziellen Seifenzutaten (Ausnahme ist das destillierte Wasser) bekommst Du in Shops, in denen Seifenrohstoffe verkauft werden, wie z. B. der Shop Brenessel-München von der Cosmothek GmbH. Das Mohnsamenöl ist hier die besondere Herausforderung. Es ist einerseits besonders pflegend, auf der anderen Seite aber auch ein sogenanntes Schnellranzeröl.

Tipp 1: Siede nur so viel der Seife, was Du innerhalb von 3 Monaten auch verbrauchst.

Tipp 2: Gib ca. 3% der Gesamtfettmasse Jojobaöl hinzu. Das verhindert ein frühzeitiges Ranzen, allerdings musst Du dann auch das Rezept neu berechnen. Selber habe ich mit dem Vorgehen keine Erfahrung, lese aber in vielen Seifenforen, dass das hervorragend funktionieren soll.

Neben den Seifenzutaten benötigst Du noch ein bisschen Equipment:


Und so wird die Frühlingsseife hergestellt

Schritt 1 – Sicherheitsvorkehrungen treffen

Diejenigen von Euch, die schon eine Weile hier mitlesen, wissen Bescheid: Seife wird mit einer Lauge hergestellt und deshalb sind einige Sicherheitsvorkehrungen notwendig. Bitte nimm meine Hinweise ernst – es geht um deine Gesundheit.

Achte beim Seife sieden auf diese Sicherheitsausrüstung.

Ziehe Dir lange Bekleidung an, die Dir nicht mehr wichtig ist. Falls Du nicht draußen arbeiten kannst, räume bitte sämtliche offenen Lebensmittel weg und bedecke deine Arbeitsfläche mit Zeitungspapier. Öffne das Fenster möglichst weit, damit die Laugendämpfe abziehen können. Sobald Du die Lauge anrührst und diese weiterverarbeitest, ziehst Du die Handschuhe* sowie den Mund und Nasenschutz* an. Das war es auch schon!

Schritt 2 – alles abwiegen

Das Anrühren des Seifenleims erfolgt recht schnell. Damit Du nicht in Unruhe verfällst, rate ich Dir alle Zutaten vorab grammgenau abzuwiegen. Jede Zutat füllst Du in eine separate Schüssel aus Glas, Keramik oder Edelstahl. Für das genaue Abwiegen benötigst Du eine Waage, die besonders schnell reagiert und mindestens eine Nachkommastelle hat. Ich nutze seit einiger Zeit diese* und bin sehr zufrieden. Sie hat alles was man zum Seife sieden braucht, zu einem sehr günstigen Preis.

Schritt 3 – die festen Fette klein schneiden

Da der Anteil fester Fette 50% an der Gesamtmasse beträgt, kann diese Seife nach dem Heat Transfer Cold Process gesiedet werden. Dazu wird die Hitze der Lauge genutzt, um die festen Fette zu schmelzen. Dafür brauchen die festen Fette aber nen bissl Unterstützung, in dem Du diese möglichst klein schneidest. Sonst könnte die Hitze der Lauge später nicht reichen um alles zu schmelzen und Du würdest sogenannte stearic spots in der Seife sehen. Diese weißen Flecken wären zwar nur ein optisches Problem, aber das muss ja nicht sein.

Schritt 4 – die Farbe vorbereiten

Die Farbpigmente löst Du am besten in etwas Wasser auf, bis sich das Pulver komplett gelöst hat. Bei manchen Farbpigmenten ist angegeben, dieses in Öl zu lösen. Bitte richte Dich hier immer nach den Angaben des Herstellers. Das Gefäß mit den aufgelösten Pigmenten stellst Du beiseite.

Die Frühlingsseife wird mit lila farbenen Pigmenten gefärbt.

Schritt 5 – den Seifenleim anrühren

Als erstes gibt Du alle die klein geschnittenen festen Fette in einen Edelstahltopf. Achte darauf, dass er groß genug ist, um am Ende alle Zutaten fassen zu können. Als nächstes vermischst Du die flüssigen Fette in einem zweiten Gefäß.

Jetzt kommt das Anmischen der Lauge dran. Fall Du deine Sicherheitsmaßnahmen noch nicht getroffen hast, dann machst Du das bitte jetzt. Für die Lauge gibst Du relativ schnell das abgewogene Natriumhydroxid in das destillierte Wasser (nicht umgekehrt!) und rührst mit einem Schaumbesen solange, bis die Flüssigkeit klar ist und sich das Natriumhydroxid komplett gelöst hat.

Rühre Dir die Lauge für die Winterseife an.

Die eben angerührte Lauge ist sehr heiß, also pass bitte gut auf deine Hände auf. Die Lauge gießt Du durch ein Haarsieb zu den festen Fetten. Dadurch wird verhindert, dass sich Laugennester bilden, die deine Seife unbrauchbar machen würden. Das Lauge-Fettgemisch rührst Du so lange mit dem Schneebesen, bis sich alle Fette vollständig aufgelöst haben. Rühren, rühren, rühren!

Wenn sich die festen Fette vollständig in der Lauge aufgelöst haben, gibst Du noch die flüssigen Fette hinzu und rührst das ganze mit dem Pürierstab. Das nennt sich jetzt Seifenleim. Achte darauf, dass dein Pürierstab ein Messer aus Edelstahl hat, bzw. ohne Aluminium ist. Sobald der Seifenleim eine leicht pudding- oder joghurtartige Konsistenz hat, hörst Du mit dem Pürieren auf. Höre lieber etwas früher als später mit dem Pürieren auf!

Schritt 6 – den Seifenleim färben

Um die eine Hälfte der Frühlingsseife fliederfarben zu färben, teilst Du den Seifenleim in zwei Hälften. Dazu eignen sich gut Silikonmessbecher wie diese hier*. In den einen Becher kommt der ungefärbte Leim, in einen zweiten Messbecher gibst Du die gelösten Pigmente und verrührst diese mit dem Schneebesen und dem Seifenleim. Lass Dir nicht zu lange Zeit, da sonst der Seifenleim weiter andickt.

Schritt 7 – den Seifenleim in die Formen füllen

Die Frühlingsseife wird in die Einzelformen gegossen.

Die beiden Seifenleime füllst Du zügig in die bereitgestellten Silikonformen. Rechts weiß, links lila (oder umgekehrt) und dann reinkippen. Lass die befüllten Formen noch ein wenig auf der Arbeitsplate „aufdotzen“, damit Luftblasen aufsteigen. Jetzt hast Du es schon fast geschafft.

Schritt 8 – die Seife aushärten lassen

Sobald Du die Seifenformen befüllt hast, deckst Du sie mit Frischhaltefolie ab. Sonst bildet sich eventuell Sodaasche. Das wäre wieder nur ein optisches Problem, aber auch das muss ja nicht sein. Wenn Du häufiger Seife siedest, kannst Du aber auch über wiederverwendbares Backpapier* nachdenken. Alle Formen deckst Du zusätzlich noch mit ein paar alten Handtüchern oder auch mit einer Decke ab. Die Seifen brauchen es schön warm. Nach 24 Stunden kannst Du die Härte der Seifen prüfen. Sind sie noch zu weich, lass sie noch ein paar weitere Stunden härten.

Schritt 9 – Seife ausformen und Geduld üben

Sind die Seifen ausgehärtet, kannst Du sie vorsichtig aus den Formen lösen. Wenn Du die Seifenkanten unschön findest, kannst Du sie jetzt mit einem Sparschäler versäubern.

Die Frühlingsseife ist besoners pflegend. Ideal nach dem Winter.

Die Seife muss jetzt noch für mindestens 6 Wochen reifen, bevor Du sie verwenden kannst. Zum Reifen brauchen die Seifen eine dunkle, luftige Umgebung. Also stapel sie z. B. in Obstkisten* und bewahre sie in einem gut belüfteten Raum auf. Und zu guter letzt kommt noch ein letzter Hinweis von mir zur Haltbarkeit von schnellranzenden Seifen. Tipp 3: Friere nach der Reifezeit die Seifen ein. Dadurch lassen sich schnellranzende Seifen für viele Monate haltbar machen.

Wie Du siehst, sind schnellranzende Öle nicht per Definition für Seifen ungeeignet. Du musst nur wissen, dass sie schnell ranzen und dann kannst Du entsprechende Maßnahmen ergreifen. Belohnt wirst Du mit sehr angenehmen, pflegenden Seifen. Besonders die Frühlingsseife mit dem hohen Mohnölanteil ist für Menschen mit empfindlicher Haut hervorragend geeignet.

Kennst Du noch weitere Tricks, um Seifen mit hohem Anteil an ranzanfälligen Ölen haltbarer zu machen? Dann freue ich mich auf deinen Kommentar!

Diese Frühlingsseife ist perfekt für empfindliche Haut.
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